Es gibt verschiedene Wege aus der Arbeitslosigkeit. Ein interessanter, nicht risikofreier, aber auch lohnender Weg kann der in die Selbständigkeit sein. Gerade dieser Weg muss aber sehr sorgfältig geplant und überlegt werden. Wer ihn gehen will, sollte fachmännische Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen.

„Die Gründung einer selbständigen Existenz ist eine Alternative, Arbeitslosigkeit zu beenden. Die gute Geschäftsidee ist das eine, die Umsetzung auf sicherer Grundlage das andere“, erklärt Astrid Kutz, Geschäftsführerin für den operativen Bereich bei der Agentur für Arbeit Ingolstadt. „Erste Überlegungen für die Realisierung des Vorhabens sollten immer sein: Was kann ich? Passen mein Wissen und meine Erfahrung zu meiner Idee? Bin ich bereit, dazuzulernen? Eine Existenzgründung bringt Freude am Fortschritt, aber auch Belastungen. Bin ich belastbar, hartnäckig und durchsetzungsfähig? Unterstützt mich meine Familie?“ ergänzt Astrid Kutz.

Anfängliche Durststrecke überstehen

Die Anforderungen sind hoch. Wochenarbeitszeiten von 60, auch 70 Stunden werden zumindest in den ersten Jahren keine Ausnahme sein. Trotz intensiver Anstrengung kommen manche ins Stolpern. Die Erfahrung zeigt aber, dass zwei von drei Existenzgründungen die ersten fünf Jahre erfolgreich bestanden haben. Wer die anfängliche Durststrecke durchsteht, kann mit überdurchschnittlichem Einkommen rechnen.

Wer informiert und berät?

Der erste Weg sollte die künftigen Unternehmer zur Beratung bei der nächstliegenden Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer oder zum Existenzgründerzentrum führen. Hier steht ein breites Informationsangebot zur Verfügung.

Und immer wieder: Das Geld

„Vor der Entscheidung über Förderungsanträge sollte man keine finanziellen Verpflichtungen eingehen“, rät Astrid Kutz. Ob die Voraussetzungen für eine Förderung durch Bundes- und Landesprogramme vorliegen, muss im Beratungsgespräch geklärt werden. Wichtig ist, dass öffentliche Fördermittel immer vor der Existenzgründung beantragt werden müssen. Dies gilt auch für den Gründungszuschuss, den die Agentur für Arbeit gewähren kann.

Gründungszuschuss

„Der Gründungszuschuss soll helfen, den Lebensunterhalt zu bestreiten und der sozialen Sicherung. Er kann auch neben sonstigen öffentlichen Mitteln zur Förderung von Existenzgründungen gewährt werden“, erläutert die Geschäftsführerin.

Der Gründungszuschuss wird in zwei Phasen geleistet. Für sechs Monate in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes zur Sicherung des Lebensunterhalts und monatlich 300 Euro pauschal zur sozialen Absicherung.

In Phase zwei können für weitere neun Monate die 300 Euro zur sozialen Sicherung gewährt werden, wenn eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivitäten dargelegt werden.

Interessierte wenden sich an ihren jeweiligen Ansprechpartner in der Agentur für Arbeit. >>LINK<<